Kurzchonik des Trachtenvereins Moosinning

90 Jahre Trachtenerhaltungsverein Moosinning – ein stolzes Jubiläum mit vielen Höhen und Tiefen im Vereinsleben.

Schon der Anlass für eine Vereinsgründung im Jahre 1919 war mehr vom Zufall geprägt, als zwei Münchner Arbeiter, die bei der Regulierung der Dorfen beschäftigt waren, den Moosinninger Buam das Schuhplattln zeigten. Die übrige Bevölkerung war in dieser Zeit der Trachtenbewegung gegenüber sehr negativ eingestellt, Mascara war ein häufig gebrauchter Schmähruf und es kam sogar vor, dass Deandln und Buam die Ortschaft getrennt und heimlich verließen, nur um an einem Trachtenfest oder einem Tanz in der näheren Umgebung teilzunehmen.

Schon 1925 stellte der Verein seine Tätigkeiten ein.

Die Reaktivierung begann 1933 unter maßgeblicher Mitwirkung von Josef Stegmair und Sebastian Zimmermann mit Tanz und Schuhplattln. Auch wurde 1935 wieder ein Maibaum aufgestellt.

Doch bereits fünf Jahre später, als die NS-Regierung verlangte, dass die Trachtenvereine „reichsorganisiert“ zu sein hatten, beschlossen die Moosinninger lieber ihre Auflösung.

Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges machten die Männer um Sepp Stegmair wieder einen Neuanfang mit Theateraufführungen, Plattler und Teilnahme am großen Trachten- und Schützenumzug zum Oktoberfest.

Gruppenfoto zum Dreißig-Jährigen Bestehen (aufgenommen vor der alten Pelz-Wirtschaft)
Gruppenfoto zum Dreißig-Jährigen Bestehen (aufgenommen vor der alten Pelz-Wirtschaft)

Jedoch sollte nach einem weiteren Vereinshöhepunkt mit der 30-Jahrfeier 1949

wegen der total verregneten Fahnenweihe 1950 zwei Jahre später  wieder ein Tiefpunkt erreicht werden. Wegen Unstimmigkeiten und Geldsorgen wurden die Vereinstätigkeiten 1952 erneut eingestellt.

Die Flaute sollte fast 20 Jahre andauern, bis auf Initiative von Heinrich Bauer der Verein mit seiner Wiedergründung 1971 wieder Fahrt aufnahm und mit vielen Veranstaltungen und Vergnügungen zu einem kulturellen Stützpfeiler der Gemeinde Moosinning wurde.